Als Michelangelo keinen Parkplatz fand

Ihr Auto ist wichtig. Genauso wichtig ist es auch, dass sich ein Platz in ihrer Nähe findet auf dem sie es abstellen können, wenn sie es gerade nicht nutzen. So wie ihnen geht es hunderten von Menschen im Mühlenviertel.

Nun haben wir im Mieterbeirat die Irritationen der BewohnerInnen unseres Kiezes bezüglich der geplanten Bebauung beidseitig der Michelangelostraße wahrgenommen. Die Parkplatz- und Grünflächen südlich der Straße sowie einige Flächen nördlich davon sollen für 1500 neue Wohneinheiten verschwinden. Damit stehen dann viele AutofahrerInnen vor einem ziemlich großen Problem: Fehlende Parkplätze.

Die Parkplatzsituation im Mühlenviertel sieht jetzt schon nicht rosig aus und manche fürchten einen „Parkplatzkollaps“, sollte die Bebauung zwischen der Hanns-Eisler-Straße und der Michelangelostraße realisiert werden.

Keine Panik

Trotzdem empfehle ich, jetzt nicht in Panik zu verfallen. Jeder Wandel in der Umgebung, im direkten und persönlichen Umfeld, bringt Veränderungen mit sich, an die man sich anpassen muss. Veränderungen bergen immer ein paar unbekannte Variablen. Aber das tut die Zukunft doch generell, oder?
Wer weiß schon, wie es zum Beispiel in fünf Jahren um seine oder ihre Gesundheit aussieht?

Und genau darum geht es: Um die Zukunft mit allen Chancen und unbekannten Variablen, um Nutzen und Probleme. Und dass mit einem Zeitfenster von vielleicht vier wahrscheinlich sogar von fünf Jahren.

Hier mal ein paar Fakten:

  • Bei dem Bebauungsplan handelt es sich erst mal um einen Siegerentwurf und nicht um eine Bauentscheidung. Dieser Entwurf soll wahrscheinlich erst Ende Februar öffentlich vorgestellt werden. Hier mal der Link zum Entwurf.
  • Der Siegerentwurf stellt noch keine Bauentscheidung dar, diese wird auf sich warten lassen und muss zudem etliche politische Gremien durchlaufen.
  • Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit werden auch die AnwohnerInnen zu der Sache angehört. Sie sollen – während einer gesetzten Frist – ihre Meinungen, Wünsche und Vorschläge einbringen, die dann noch mit in den Entwurf eingearbeitet werden und so die Sache noch mal hinauszögern. Achten Sie einfach mal auf die amtlichen Mitteilungen dazu.
  • Die Stadt braucht Wohnraum. Parkplätze sind im Prinzip wichtige, aber ungebaute Flächen, die allerdings dazu dienen, Autos der Anwohner abzustellen. Auf einen kleinen Parkplatz wird man wohl kein Haus bauen können, auf einen großen schon.

Was hat der Mieterbeirat damit zu tun?

Nun, wir haben das Problem auf dem Schirm und sind bereits am überlegen, was wir machen können und wollen. Die Parkplatzflächen gehören nicht der GEWOBAG, aber so ganz machtlos sind die AnwohnerInnen dort trotzdem nicht.

Auf unserer letzten Mieterbeiratssitzung (15.01.2015) haben wir bereits über die zu erwartenden Parkplatzsorgen der AnwohnerInnen gesprochen. Das Problem betrifft das gesamte Mühlenviertel. Die Idee einer Parkraumbewirtschaftung wurde angesprochen, muss aber unbedingt vorher mit den AnwohnerInnen besprochen werden.

Parkraumbewirtschaftung klingt immer sehr negativ, bewirkt aber auch, dass es wesentlich weniger „Fremdparker“ gibt. Und Parkraumvignetten sind nicht so teuer. Trotzdem versuchen wir, auch andere Möglichkeiten zur Lösung des Problems auszuloten.

Wirklich spruchreif kann so etwas aber erst werden, wenn wir genaueres wissen, also selbst die Entwürfe und Planungen in vollem Umfang gesehen haben. Versprochen: Wir bleiben dran!

Einladung

Wir planen eine Mieterversammlung im Quartierspavillon, haben aber noch keinen festen Termin dafür.

Jedenfalls möchten wir diese Gelegenheit nutzen, ihnen einen Einblick in unsere Arbeit zu geben und auch mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dabei stehen wir ihnen auch für ihre Vorschläge und Wünsche gern zur Verfügung. Eine gute Möglichkeit übrigens, auch über das Parkplatzproblem zu sprechen. Vielleicht haben sie ja eine Lösung, an die wir noch nicht dachten. Wir wären ihnen dankbar.

Liebe Grüße

Ihr Thomas Matzka

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2 Gedanken zu “Als Michelangelo keinen Parkplatz fand

  1. Erstmal vielen Dank für den Artikel. Ich wohne im Mühlenkiez und habe durch einen Aushang beim Bäcker von der geplanten Bebauung der Michelangelostraße erfahren. Und – siehe da – es gibt schon einen städtebaulichen Wettbewerb und einen Siegerentwurf. Es ist recht schade, dass die Anwohner nicht vorab in die Planung einbezogen worden sind; so auch Wünsche und Sorgen mit berücksichtigt werden können. Ich selbst sehe neben dem Parkplatzproblem noch Folgendes, was in einer Versammlung in dem Kiezpavillon angesprochen werden könnte:

    1. Die Verkehrsanbindung:
    Die Straßenbahn M4 ist morgens im Berufsverkehr oft schon so voll, dass ein Zugstieg an den Haltestellen Michelangelostraße oder Thomas-Mann-Str. nicht möglich ist. Man muss dann zum S-Bahnhof Greifswalder Str. laufen, dort leeren sich die Straßenbahnen ein wenig. Wird die M4 im Zuge der Bebauung öfter getaktet?

    2. Welche Auswirkungen hat die Neubebauung mit Mietwohnungen (welcher Standard) und Eigentumswohnungen (?) auf den Mietspiegel?. Werden die Mieten der Bestandswohnungen dadurch kurz- oder langfristig steigen ?

    3. Welche Veränderungen ergeben sich für das Gebiet der bisherigen Bebauung? Werden auch innerhalb des Mühlenkiezes Bauwerke errichtet oder gibt es ausschließlich eine Randbebauung? Was ist hinsichtlich der Verkehrsführung geplant? Konkret, wird der „schwarze Weg“, der vor dem Kiezpavillon vorbeiführt zu einer Straße umgebaut?

    Ich werde Ihnen im Feedreader folgen und bin am Fortgang Ihrer Arbeit sehr interessiert.

    Silke Becker

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    • Hallo Frau Becker

      das ist ein durchaus übliches Verfahren, dass für eine angedachte Bebauung ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben wird. Dabei haben Anwohner kein Mitspracherecht – ich will das keinesfalls rechtfertigen oder kommentieren – und mit dem Siegerentwurf geht es dann in die konkrete Planung.
      Das bedeutet aber noch lange nicht, dass in kurzer Zeit mit der Bebauung begonnen wird. Dazu sind noch einige politische Entscheidungen notwendig sowie die Erstellung eines offiziellen Bebauungsplanes. Dann erst – mit Veröffentlichung des Bebauungsplanes – können Anwohner ihre Bedenken anmelden oder Einspruch gegen den Plan einlagen.
      Für uns bedeutet das, dass wir die Planungen weiter verfolgen werden, wir sind uns aber auch bewusst, dass nicht im nächsten oder übernächsten Jahr das Bauvorhaben umgesetzt wird.

      Zu Ihren Fragen folgendes:
      Die Taktung der Straßenbahn wird von der Senatsverwaltung bei der BVG bestellt und muss dann auch bezahlt werden, oder es muss einen Ausgleich (eine Taktausdünnung) auf einer anderen Linie geben. Darauf haben wir keinen Einfluss, aber bevor die neuen Wohnungen bezugsfertig sind wird es keine entsprechende Bestellung geben, wenn nicht andere Gründe für eine Verdichtung des Taktes gegeben sind.
      Die Bebauungsverdichtung mit weiteren 1500 Wohneinheiten soll nach den bisherigen Informationen mit normalen Mietwohnungen erfolgen, von hochpreisigen Eigentumswohnungen war bisher nicht die Rede.
      Die Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum hat bereits Interesse daran gezeigt, als Bauherr mitzuwirken. Bei der Gewobag berät man noch darüber, ob man sich am Bauprojekt beteiligen will.
      Der Ausstattungsstandard ist dann maßgebend für die Mieten, wie die sich in den nächsten Jahren entwickeln kann keiner von uns vorhersagen, meine persönliche Einschätzung ist jedoch, dass wir mit 7,50 bis 9 Euro/m² Nettokaltmiete rechnen müssen.
      Innerhalb des jetzigen Wohngebietes soll es nach den mir bekannten Planungen keine Veränderungen geben.
      Wir können das Thema auf der Mieterversammlung im April gerne ensprechen, konkrete Informationen werden bis dahin aber kaum vorliegen.
      Der genaue Termin wird mit Aushang in den Häusern der Gewobag rechtzeitig bekanntgegeben.

      Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort ein wenig weitergeholfen hat

      Rainer Felkeneyer

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