Noch einmal: Michelangelostr.

Nachdem die Ideen und die 3 Preisträger des Ideenwettbewerbs „Gestaltung der Michelangelostraße“ ausgestellt wurden, kursieren viele Befürchtungen im Viertel. Daher greife ich das Thema noch einmal auf und möchte kurz die mir bekannten Fakten darstellen:

Im September 2014 wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bekanntgegeben, dass ein Wettbewerb ausgelobt wurde für die Gestaltung einer Bebauungsverdichtung an der Michelangelostr.
Diesen Wettbewerb unterstützten außer der Senatsverwaltung die Wohnungbaugenossenschaften Zentrum eG, Merkur eG und DPF eG sowie die Seniorenstiftung Prenzlauer Berg und die Gewobag.
Es handelte sich dabei um einen städtebaulichen Ideenwettbewerb für Architekten und Stadtplaner.

Die Ideen wurden inzwischen bewertet von einer Jury, der u.a. die Senatsbaudirektorin Lüscher, der Pankower Stadtrat Kirchner, Herr Giedat vom Liegenschaftsfond Berlin und auch Frau Vollus von der GEWOBAG Vermögensverwaltungs- und Betriebsgesellschaft angehörten.

Das was in der ehemaligen Sparkassenfiliale ausgestellt wurde, waren die zwei Preisträger des 3. und der eine des 1. Preises des genannten Wettbewerbs.
Das ist bisher KEIN  Bebauungsplan!
Im Stadtentwicklungsplan Wohnen ist bisher in dem Gebiet keine Bebauung vorgesehen und es gibt bisher keine Bebauungspläne.
Diese müssten vor einer Realisierung der Bebauungsideen erstellt werden.

Die Flächen südlich der Michelangelostr. (also Richtung Storkower Str.) befinden sich zum Teil im Besitz der Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum, zum Teil in Öffentlicher Hand (also Landesbesitz).

Um tatsächlich Wohnraum neu zu bauen sind etliche Planungsvorgaben zu erfüllen, die im Rathaus Pankow politische Mehrheiten finden müssen. Das Interesse der WBG Zentrum besteht darin, seniorengerechten Wohnraum neu zu bauen, die Gewobag berät noch darüber, ob sie sich als Bauherr an dem Vorhaben beteiligen soll, sofern es zu einer Umsetzung kommt.
Ein Problem – in Pankow wie in den anderen Berliner Bezirken – besteht darin, dass zwar jeder der Meinung ist, dass neue Wohnungen gebaut werden müssen, aber niemand möchte sie in seiner Nähe bzw. im direkten Umfeld haben.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass der Berliner Senat lieber landeseigene Grundstücke an Investoren verkauft, die dort hochpreisige Eigentumswohnungen errichten, statt den 6 landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften die Grundstücke zu überlassen und diese zum Bau von sozialverträglichem Mietwohnraum zu animieren.

Hier im Viertel haben besonders die Autofahrer Angst davor, dass von den ca. 1900 Stellplätzen etliche verloren gehen, wenn die Bebauung verdichtet wird, wie es der Wettbewerb vorsieht.

Daher kann ich nur dazu raten:
Ruhe bewahren, abwarten bis es tatsächlich Bebauungspläne gibt, Gegenargumente sammeln und erst dann politischen Druck aufbauen.

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