3 1/2 Jahre Mieterbeirat

Der Mieterbeirat im Mühlenviertel existiert nun seit Mitte 2013.
Wir bemühen uns, die Sorgen und Wünsche der Gewobag-Mieter im Viertel gegenüber dem Vermieter, also der Wohnungsgesellschaft Gewobag, zu vertreten und zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen.
Befugnisse oder Kompetenzen hat ein Mieterbeirat nicht, lediglich einen Ansprechpartner der Gewobag, und in vielen Punkten merkt man, dass die Betreuung der Mieterbeiräte eher eine lästige Pflicht der Wohnungsgesellschaft ist.
Was haben wir eigentlich erreicht?
Eine Frage, die auch wir uns bisweilen stellen, denn die Wohnungen in einem bewohnbaren Zustand zu erhalten und Störungen – egal ob an der Strom-, Wasser- oder Heizungsversorgung – zu beheben, ist ohnehin eine Pflicht des Vermieters, für die es keines Beirats bedarf.

Immer wieder lästig sein, wenn Probleme nicht behoben werden, immer wieder anmahnen, dass Mieter nicht über Arbeiten informiert werden, das ist das Geschäft der Mieterbeiräte.
Man kann auch mal „über den Zaun“ schauen und feststellen, dass andere Wohnungsgesellschaften offensichtlich besser mit den Mietern umgehen, aber dabei merkt man schnell, dass es auch Gesellschaften gibt, die noch schlechter mit ihren Mietern umspringen.
Sollen wir deshalb zufrieden sein?
Nein, wir sehen die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften als Dienstleister für die Berliner Mieter. Mehr als 300.000 Wohnungen in Berlin werden von den 6 kommunalen WBGen verwaltet, 58.500 dabei von der Gewobag.
Nun soll nach dem Willen des Senats der Bestand auf 400.000 Wohnungen erhöht werden, die Gewobag hat eine Zielzahl von 72.000 im Auge.
Also heisst es für uns, unbequem bleiben, immer wieder darauf achten, dass nicht aus Nachlässigkeit oder Bequemlichkeit bei den Mitarbeitern der WBG die Mieterinteressen „vergessen“ werden.

Bei allen Zahlenspielereien sollen die Wohnungen der kommunalen Gesellschaften für Normal- und Geringverdiener bezahlbar bleiben, dazu kommt die politische Vorgabe Wohnraum für Flüchtlinge und Asylbewerber zu schaffen.
55% der Neuvermietungen müssen deshalb an Inhaber von WBS (Wohnberechtigungsscheinen) erfolgen, davon 20% an besondere Bedarfsgruppen (u.a. Flüchtlinge).

Ein Blick in den offiziellen Mietspiegel zeigt uns, dass die Nettokaltmieten in Berlin zwischen 4,81 und 13,00 Euro/m² liegen. Noch höhere Quadratmeterpreise sind bei Neubauten zu entdecken, auch bei der Gewobag kann eine Dachgeschosswohnung mit 14,00 Euro/m² gefunden werden, wenn auch die Durchschnittsmiete – über alle 58.500 Bestandswohnungen ermittelt – derzeit noch bei 5,64 Euro/m² liegt.

Schaut man nach den inoffiziellen, aber aktuellen Zahlen der Vermietungsportale, sieht die Lage schon anders aus, dort werden 7,32 – 10,43 Euro/m² für den Wohnraum in Berlin angegeben.
Zwischen den 4,81 des offiziellen Mietspiegels und den niedrigsten aktuellen Angeboten mit 7,32 Euro klafft bereits eine Lücke, die durch Mieterhöhungen im laufenden Jahr zu erklären ist.
Derzeit ist es also sehr schwierig in Berlin eine angemessene Wohnung zu einem vernünftigen Preis zu finden. Daraus erklärt sich auch, dass es nur wenige Mietwohnungen in preiswerter Lage gibt, die frei werden. Wer zieht unter diesen Umständen schon um?
Vielleicht von einer (zu) großen Wohnung in eine kleinere, ansonsten liegt die Fluktuation bei 2 – 3% jährlich, und damit niedriger als die Sterbequote in der Stadt, die ansonsten für freiwerdende Wohnungen sorgen könnte.
Das ist keineswegs pietätlos gemeint, sondern ein normaler Faktor, der bei der Betrachtung von Wohnraum nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Kommen wir nun zurück zum Thema des Beitrags, was haben wir im Mühlenviertel erreicht?
Die Mieten sind stabil geblieben (und bezahlbar !), das Viertel ist kein Kriminalitätsschwerpunkt, die Einkaufsmöglichkeiten sind etwas geringer geworden, dadurch dass Edeka eine Filiale geschlossen hatte, die Stellplätze auf Gewobag-Grundstücken sind teurer geworden (daran haben wir nicht mitgewirkt) und die Stellplatzschilder wurden erneuert (da haben wir mitgewirkt).
Die Zufahrt zum Grundstück soll durch Sperrpoller gesichert sein, doch leider war die Anlage eine gefühlte Ewigkeit außer Betrieb.
Da die Anlage außerdem bei Frost und Nässe abgeschaltet wird, machen wir uns auch weiter stark für eine bessere Lösung.

Ein stark verschmutztes Treppenhaus wird in absehbarer Zeit durch Graffitikunst verschönert, auch das war eine Idee des Mieterbeirats.

Welche Probleme bleiben?
Die starke Vermüllung der Häuser und der näheren Umgebung blieb, die Wege sind immer noch schlecht beleuchtet (meist unter der Zuständigkeit des Bezirks Pankow, nicht auf Gewobag-Grundstücken) und die Grünanlagen sehen ungepflegt aus.

Eine Diskussion um die Besetzung der Doppelhochhäuser Greifswalder Str. 87/88, Hanns-Eisler-Str. 2/4 und Pieskower Weg 52/54 mit einem „Concierge“ (so heißen heute die Pförtner) wurde geführt, die jedoch mit der Erkenntnis endete, dass die Mehrkosten für die Mieter den Gewinn an Wohnqualität weit übersteigen (ca. 30 – 35 Euro je Wohnung monatlich).

Die Abschaffung des Sicherheitsdienstes zum Jahresbeginn sorgte ebenso für Unmut, die derzeitige Diskussion dreht sich um Notwendigkeit und Kosten, wobei die Notwendigkeit für das Mühlenviertel nicht erkennbar ist. Aber das letzte Wort ist nicht gesprochen.
Beim Thema Sicherheit geht es ebenso um die Videoüberwachung der Eingangsräume und der Aufzüge, die Diskussion ist noch nicht beendet, als Mieterbeirat befürworten wir die Einführung der Videoüberwachung.
Mit dem Abschnitt 16 sind wir weiter im Kontakt, da in einem der Häuser an der Greifswalder Str. Drogenkonsumenten die Mieter belästigen.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.