Verbesserter Service

Klingt erst einmal gut, doch eigentlich hätte man den Begriff in Anführungszeichen setzen müssen.
Das Service Center für alle Fragen rund um den Mietvertrag ist nun besser erreichbar?
Hmm, die Verbesserungen sind aber nicht erkennbar. Klar, es geht telefonisch oder per Email, und die Quartierbüros sind nun länger geöffnet.
Die angekündigte App für das Smartphone als weiterer orts- und zeitunabhängiger Kommunikationsweg ist aber noch nicht fertig programmiert.

Die Qualität der Informationen ist dabei jedoch nicht besser geworden, wie uns ein Beispiel Mitte Februar zeigte.
Nach einem Wasserschaden, vom dem ein Doppelhochhaus (WHH18/21) im Mühlenviertel betroffen war, gab es einen Aushang in beiden Eingangsbereichen, der einfach sehenswert ist wegen seiner „präzisen und detaillierten“ Information:

Der Mieterkommentar darauf ist wohl eindeutig, der Aushang fordert also 296 (!!) Mietparteien auf, am 19. Februar zwischen 09.00 und 16.00 Uhr zuhause zu sein – oder irre ich mich?
Mitarbeiter der Fa. Dräger kamen auch, allerdings nur in die Wohnungen, die von der Havarie betroffen waren.
Insgesamt sollen es 40 Wohnungen gewesen sein, meinen Hinweis auf die unklare Formulierung des Aushangs am 12. Februar beantwortete man mit merkwürdigen Begründungen, die ich hier nicht wiedergeben möchte, die aber mindestens so „präzise“ waren wie der Aushang selbst.

Das also ist der „verbesserte Service“ – oder bin ich wieder derjenige, der etwas total missverstanden hat?
Kommentare erwünscht

Instandhaltung vernachlässigt

In den letzten Wochen und Monaten gab es etliche Beweise dafür, dass die Gewobag die Instandhaltung des Mühlenviertels vernachlässigt hat.
Geplatzte Wasserleitungen und Entlüftungsventile, Ausfall der Warmwasserversorgung und tageweise Ausfälle der Heizungen.
Von defekten Aufzügen und Türöffnungsanlagen müssen wir da gar nicht reden, auch die Sperrpoller an der Grundstückszufahrt funktionieren nur sporadisch.

Gut, das Viertel ist nun über 40 Jahre alt, in den 90er Jahren soll eine Strangsanierung stattgefunden haben, in einem der Hochhausblöcke gab es sogar 2007 noch einmal Sanierungsarbeiten.

Undichte Fenster wegen Pfusch am Bau sind noch das kleinste Problem, doch wenn das Wasser vom Dachboden wegen eines geplatzten Entlüftungsventils durch die Versorgungsschächte nach unten läuft und von der 21sten bis zu 14ten Etage Wasser- und Feuchtigkeitsschäden in den Wohnungen verursacht, dann sollte es Zeit sein für eine umfassende Sanierung der Rohrleitungen. Hier sind das nur Versicherungsschäden, die vom Wohnungsunternehmen nicht bezahlt werden müssen.
Vielleicht steigt die Versicherungsprämie dadurch, doch das Problem bleibt.

Was gehört eigentlich zur Instandhaltung, die zu den Verpflichtungen des Vermieters zählt?
Gesetzlich festgelegt ist nur ein Satz im §535 BGB:
Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten.

Das lässt einen breiten Deutungsspielraum, und so geschieht es immer wieder, dass Vermieter Instandhaltungsmaßnahmen, die sie zu tragen hätten, dem Mieter als „Modernisierung“ in Rechnung stellen, deren Kosten sie zu 8% jährlich auf die Nettokaltmiete umlegen dürfen. (§ 559 BGB, seit 1.1.2019 von 11% auf 8% gesenkt)

Doch wir sprechen hier von Sanierungsmaßnahmen, die bestehende Verschleißteile (z.B. Entlüftungsventile) ersetzen sollen, um weitere Havarien zu verhindern. Es sind also Erhaltungsmaßnahmen nach §535 BGB, deren Kosten der Vermieter zu tragen hat, im Mühlenviertel ist das die Gewobag.

Auf jeden Fall werden wir weiter bei der Gewobag darauf drängen, dass Heizstation und Rohrleitungen erneuert werden, denn ständige Ausfälle und Wasserschäden will keiner der Mieter hier erdulden.
Auch wenn in den Medien immer die Deutsche Wohnen mit ihren rigiden Methoden kritisiert wird, die Zustände im Mühlenviertel beginnen inzwischen ähnliche Dimensionen anzunehmen.
Wir wollen keine ständigen Reparaturen und dauernde Havarien, sondern eine vernünftige zukunftssichere Instandhaltung.
Und wenn dann auch heute noch eine Information der Gewobag in den Briefkästen liegt, dass ein „Verbesserter Service ab 1. März“ geboten wird, dann stößt einem das doch etwas sauer auf – eine verbesserte Instandhaltung wäre uns allen lieber.