Instandhaltung vernachlässigt

In den letzten Wochen und Monaten gab es etliche Beweise dafür, dass die Gewobag die Instandhaltung des Mühlenviertels vernachlässigt hat.
Geplatzte Wasserleitungen und Entlüftungsventile, Ausfall der Warmwasserversorgung und tageweise Ausfälle der Heizungen.
Von defekten Aufzügen und Türöffnungsanlagen müssen wir da gar nicht reden, auch die Sperrpoller an der Grundstückszufahrt funktionieren nur sporadisch.

Gut, das Viertel ist nun über 40 Jahre alt, in den 90er Jahren soll eine Strangsanierung stattgefunden haben, in einem der Hochhausblöcke gab es sogar 2007 noch einmal Sanierungsarbeiten.

Undichte Fenster wegen Pfusch am Bau sind noch das kleinste Problem, doch wenn das Wasser vom Dachboden wegen eines geplatzten Entlüftungsventils durch die Versorgungsschächte nach unten läuft und von der 21sten bis zu 14ten Etage Wasser- und Feuchtigkeitsschäden in den Wohnungen verursacht, dann sollte es Zeit sein für eine umfassende Sanierung der Rohrleitungen. Hier sind das nur Versicherungsschäden, die vom Wohnungsunternehmen nicht bezahlt werden müssen.
Vielleicht steigt die Versicherungsprämie dadurch, doch das Problem bleibt.

Was gehört eigentlich zur Instandhaltung, die zu den Verpflichtungen des Vermieters zählt?
Gesetzlich festgelegt ist nur ein Satz im §535 BGB:
Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten.

Das lässt einen breiten Deutungsspielraum, und so geschieht es immer wieder, dass Vermieter Instandhaltungsmaßnahmen, die sie zu tragen hätten, dem Mieter als „Modernisierung“ in Rechnung stellen, deren Kosten sie zu 8% jährlich auf die Nettokaltmiete umlegen dürfen. (§ 559 BGB, seit 1.1.2019 von 11% auf 8% gesenkt)

Doch wir sprechen hier von Sanierungsmaßnahmen, die bestehende Verschleißteile (z.B. Entlüftungsventile) ersetzen sollen, um weitere Havarien zu verhindern. Es sind also Erhaltungsmaßnahmen nach §535 BGB, deren Kosten der Vermieter zu tragen hat, im Mühlenviertel ist das die Gewobag.

Auf jeden Fall werden wir weiter bei der Gewobag darauf drängen, dass Heizstation und Rohrleitungen erneuert werden, denn ständige Ausfälle und Wasserschäden will keiner der Mieter hier erdulden.
Auch wenn in den Medien immer die Deutsche Wohnen mit ihren rigiden Methoden kritisiert wird, die Zustände im Mühlenviertel beginnen inzwischen ähnliche Dimensionen anzunehmen.
Wir wollen keine ständigen Reparaturen und dauernde Havarien, sondern eine vernünftige zukunftssichere Instandhaltung.
Und wenn dann auch heute noch eine Information der Gewobag in den Briefkästen liegt, dass ein „Verbesserter Service ab 1. März“ geboten wird, dann stößt einem das doch etwas sauer auf – eine verbesserte Instandhaltung wäre uns allen lieber.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.