40 Jahre Mühlenviertel – Kiezfest

24.8.1964 Zwei bezugsfertige Wohnblocks …werden zum 15. Jahrestag in der Michelangelostraße in Berlin – Weissensee übergeben. Die Montagearbeiten begannen im Januar 1963. Jeder Block hat 120 Wohnungseinheiten. Die Wohnhäuser links sind bereits bezogen.

Heute möchten wir noch einmal auf unser Fest am

14. Juli, 14 – 18 Uhr

hinweisen. Inzwischen ist es auch gelungen ein paar historische Bilder des Viertels zu finden, zum Teil im Bundesarchiv wie das Bild oben.
Wer seit 1977 hier im Viertel wohnt ist herzlich eingeladen, am 10. Juli ab 15 Uhr im Hausclub Pieskower Weg 52 vorbeizuschauen, bei Kaffee und Gebäck die alten Bilder zu sichten und zu kommentieren, damit sie am 14. Juli im Quartierspavillon ausgestellt werden können.

Das Bühnenprogramm für den 14. haben wir nun auch zusammengestellt und das Fest wird u.a. im Berliner Abendblatt beworben.
Viele Teilnehmer haben sich angekündigt und wollen mit einem Marktstand oder sonstigen Aktivitäten zum Gelingen des Festes beitragen – selbst die Wettervorhersage ist derzeit günstig.

Einen herzlichen Dank an alle, die an der Organisation mitgewirkt haben, ihre Ideen in der monatlichen Mühlenkiezrunde eingebracht haben, und die wir am Freitag als Akteure erleben dürfen. „Nebenbei“ findet das Schulfest der Paul-Lincke-Schule statt und die Gustav-Eiffel-Schule führt ab 16 Uhr ein Das Helden-Musical in der Turnhalle auf.

Da kann man als Mieterbeirat schon fröhlich in den Einsteinpark schauen uns sich auf den Freitag freuen

Fotografin: Tina Merkau

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Frühschwimmen im Mühlenviertel

Wie hier berichtet wurde das „Frühschwimmen“ in der sanierten Schwimmhalle Thomas-Mann-Str. nach wenigen Wochen eingestellt.
Kommentar der Bäderbetriebe?
Fehlanzeige, nur unter der Hand hörte man, dass Personal dafür fehlt.

Spekuliert wurde auch, ob es eventuell ökonomisch nicht tragfähig war, schließlich waren kaum mehr als 30 Schwimmer in der Zeit zwischen 6.30 und 8.00 Uhr in der Halle.

Nun also, als neueste Meldung, sagen die Bäderbetriebe zu, dass ab September – also nach Ende der Freibäder-Saison – wieder Personal verfügbar wäre und das Frühschwimmen wieder aufgenommen werden soll.
Dank einer Anfrage im Abgeordnetenhaus wurde das jetzt bekannt, wir warten es ab und bleiben skeptisch – was ist, wenn das Personal an anderer Stelle fehlt? Wird dann der Frühschwimmbetrieb wieder eingestellt?

Wie geht es den Legionellen?

Erst einmal die Antwort: In unseren Warmwasserleitungen nicht gut, und das ist gut so.

Für Verunsicherung sorgt im Viertel die Kontrolle des Trinkwassers auf Legionellen, besonders, da keine Werte bekanntgegeben werden.
Was viele nicht wissen ist, dass die Trinkwasserverordnung die regelmäßige Kontrolle von den Vermietern verlangt. Seit der Änderung im Jahr 2012 müssen die Anlagen der zentralen Warmwasserversorgung alle drei Jahre auf Legionellen geprüft werden.
Nach §14 Abs. 3 der TrinkwV muss diese regelmäßige Untersuchung durchgeführt werden, erhöhte Werte sind dem Gesundheitsamt zu melden.

Sogenannte „Großanlagen zur Trinkwassererwärmung“ lt. TrinkwV sind Speichertrinkwassererwärmer und zentrale Durchfluss-Trinwassererwärmer mit mehr als 400 Litern Speichervolumen oder mehr als 3 Litern Wasser in der Rohrleitung zwischen dem Erwärmer und der Entnahmestelle. Weiterlesen

Gewobag oder Tele Columbus?

Der Brief im Briefkasten verheisst eine „Mieterinformation„, doch letztlich ist es Werbung für den Kabelnetzbetreiber TeleColumbus.
Irreführung?
Ja, finden wir, hier wird im Namen der Wohnungsbaugesellschaft Werbung für einen externen Dienstleisters gemacht, nicht als Werbung gekennzeichnet, sondern als Mieterinformation und mit persönlicher Anschrift.

Geht das über die Grenzen des Datenschutzes hinaus?
Darf die Gewobag die Adressdaten ihrer Mieter an TeleColumbus geben oder für Werbung nutzen?

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Zum neuen Mietspiegel

Sicher hat jeder gelesen, gehört oder sonstwie erfahren, dass es einen neuen Mietspiegel 2017 gibt, seit 19. Mai ist er öffentlich, in digitaler Form bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, auch als gedruckte Broschüre dort und in den Rathäusern erhältlich.

Welche Bedeutung hat er für unser Viertel, für die Mieter der Gewobag?
Zuerst einmal haben sich die Mietpreise (Nettokaltmiete pro Quadratmeter) um ca. 9% erhöht gegenüber dem Mietspiegel von 2015. Allerdings haben die Mieter der Gewobag (wie auch Mieter der anderen landeseigenen Wohnungsunternehmen) die Sicherheit, dass ihre Miete nicht um mehr als 2% jährlich steigen kann, dafür sorgt die Kooperationsvereinbarung der Senatsverwaltung mit den Gesellschaften. Nun schauen wir mal auf das Mühlenviertel und die Immobilien der Gewobag.
In unserem Bereich gibt es Häuser, die 1928 erstmals vermietet wurden (Storkower Str.), 1959 bezugsfertig waren (ebenfalls Storkower Str.) und die hauptsächlich 1977 zum ersten Male vermietet wurden (daher auch im Juli das Kiezfest 40 Jahre Mühlenviertel).

Ein Blick auf den neuen Mietspiegel zeigt uns die Durchschnittsmieten für diese Bestände, alles gehört zur „einfachen Wohnlage“, die Quadratmeterpreise sind weiterhin abhängig von der Größe des Wohnraums.

Erbaut 1928 bzw. 1930 (Eckhaus Storkower Str.2 / Greifswalder Str. 81/84) finden wir in den Feldern A2, D2 und G2, je nach Wohnungsgröße.
40 – 60 m²  5,93 Euro/ m²,  60 – 90 m²   5,65 Euro / m²
Baujahr 1959   (Storkower Str. 15, 17, 23)
40 – 60 m²   5,71 Euro / m²,  60 – 90 m²  5,48 Euro / m²
Erbaut bzw. bezugsfertig 1976/1977  (Plattenbauten)  oder 1980 (Greifswalder Str. 87/88)
40 – 60 m²   5,61 Euro / m²,  60 – 90 m²  5,07 Euro / m²,  über 90 m²   4,70 Euro / m²

Das sind die gültigen Mietpreise für die Nettokaltmiete, dazu müssen Sie alle die Betriebskosten rechnen, die für jede Wohnung je nach Verbrauch von Kalt- und Warmwasser sowie Heizung unterschiedlich ausfallen.
Alles klar?

Machen wir eine Beispielrechnung, 75 m² Wohnfläche in einem Plattenbau von 1977 kosten also
5,07 X 75 = 380,25 Euro nach Mietspiegel-Mittelwert des Feldes G6.
Allerdings enthält das Feld eine Preisspanne von 4,72 – 5,71 Euro.
Was bedeutet das?
Je nach Ausstattung der Wohnung kann der Quadratmeterpreis mehr zum oberen oder zum unteren Ende liegen. Die sogenannten „wohnwertsteigernden oder wohnwertmindernden Merkmale“ gehören leider nicht mehr zum qualifizierten Mietspiegel, werden also von den Vermietern eher willkürlich ausgelegt und sind nicht juristisch gesichert.
Ein abschließbarer Raum außerhalb der Wohnung (Fahrrad- und Kinderwagenraum) gilt als wohnwertsteigernd, ein Bad ohne Fenster oder eine Wohnung ohne Balkon gilt als wohnwertmindernd. Dazu können Sie online selbst den Quadratmeterpreis bzw. die Kaltmiete Ihrer Wohnung errechnen, ich habe dazu mal beispielhaft die Thomas-Mann-Str. 10 genommen:
Merkmale in Gruppe 1 Bad/WC: Bad ohne Fenster
Merkmale in Gruppe 2 Küche: Keine
Merkmale in Gruppe 3 Wohnung: Keine
Merkmale in Gruppe 4 Gebäude: Zusätzliche nutzbare Räume außerhalb der Wohnung (Partyraum)
Merkmale in Gruppe 5 Wohnumfeld: Keine Fahradabstellmöglichkeit

Nun ergibt sich daraus der Quadratmeterpreis von 5,00 Euro, also insgesamt eine Kaltmiete von 375.- Euro. Rechnen wir Betriebskosten von 240.- Euro dazu (Durchschnittswert, individuell verschieden) kommen wir auf die Gesamtmiete von 615.- Euro, die verlangt werden darf.
Ach ja, bei Neueinzug in eine derartige Wohnung darf der Vermieter eine Kaltmiete von bis zu 10% über der ortsüblichen Vergleichsmiete verlangen, also in diesem Beispiel 412,50 Euro Kaltmiete.

Zu den Betriebskosten als „zweite Miete“ hatte ich bereits einen Beitrag geschrieben, der obige Link führt zur Betriebskostentabelle der Senatsverwaltung, auch über den neuen Mietspiegel gibt es bereits ein paar Anmerkungen.

Bauen an der Michelangelostraße

Seit etwa 2 Jahren ist bekannt, dass sowohl Senat als auch Bezirksamt Pankow die Bebauung verdichten wollen.
Grund dafür ist, dass Berlin neue Wohnungen braucht um Wohnraum für Zugezogene zu schaffen. 40.000 bis 50.000 Menschen sind in den letzten Jahren jährlich nach Berlin gekommen, dabei sind Flüchtlinge noch nicht berücksichtigt worden.

Die Frage WARUM jemand nach Berlin zieht, ist müßig, wir schauen vorrangig auf die Tatsache, dass Berlins Einwohnerzahl wächst. Für die Stadtplaner bedeutet es, dass Wohnraum geschaffen werden muss, nicht nur an der Stadtperipherie, sondern auch auf allen vorhandenen Freiflächen in der Innenstadt.
Ebenso klar ist auch, dass die Anwohner der geplanten Neubauflächen dieses mit wenig Begeisterung sehen, in den meisten Fällen versuchen dies zu verhindern. Weiterlesen