Mietspiegel

Zuerst einmal:
Ja, ich muss zugeben, dass es immer ein gewisser Aufwand ist, Blogbeiträge zu schreiben. Da ich zudem noch zwei weitere Blogs führe, können durchaus 4 oder sogar 6 Wochen zwischen zwei Beiträgen vergehen.
Also nicht verzagen, das soll hier auch keine Entschuldigung werden, wenn es aktuelle Entwicklungen gibt, dann finden Sie hier auch einen Beitrag dazu.

Nun also zum aktuellen Mietspiegel, der im Mai veröffentlicht wurde.
Gerne wird er auch als „Mieterhöhungsinstrument“ bezeichnet, und leider ist das nicht so ganz falsch. Zudem sind mit dem Mietspiegel 2019 auch die Wohnlagen für alle Berliner Adressen neu bestimmt worden, dabei gab es Auf- und Abwertungen in den drei Kategorien „einfach“, „mittel“ und „gut“ nach neu definierten Indikatoren.
So wurden die Häuser im Mühlenviertel fast alle aufgewertet von „einfache Wohnlage“ nach „mittlere Wohnlage“, geblieben sind die Häuserblocks Thomas-Mann-Str. 2 bis 20 in der einfachen Wohnlage sowie Greifswalder Str. 87/88 und Storkower Str. (alle Gewobag-Immobilien) einschließlich des Hochhausblocks 108 (Nicht-Gewobag-Häuser wurden hier nicht erwähnt).
Was bedeutet das für uns?

Mittlere Wohnlage heisst, dass Sie im Mietspiegel das jeweils zutreffende Feld in der Spalte 6 finden, also B6, E6, H6 oder K6 je nach Größe der Wohnung.
Um ca. 0,20 Euro/ m² hat sich der Durchschnittswert gegenüber dem letzten Mietspiegel von 2017 erhöht.
Für die genannten Häuser mit einfacher Wohnlage schauen Sie nach den Feldern A6, D6, G6 und J6, wieder je nach Ihrer Wohnungsgröße.
Genauer können Sie die OVM (ortsübliche Vergleichsmiete) Ihrer Wohnung mit der Online-Abfrage ermitteln, in die auch die Ausstattungsmerkmale eingegeben werden können. Weiterlesen

Mieterrat konstituiert

So, der neue Mieterrat als Gremium zur Vertretung der Mieterrechte bei der Gewobag hatte seine konstituierende Sitzung.
Vorsitzender und Stellvertreterin wurden gewählt, mit jeweils 8 von 9 Stimmen wurde ich Vorsitzender des Mieterrats und Marina Makowski die Stellvertreterin.

Wir beide sind noch aktive Mieterbeiräte, Marina am Mehringplatz, und kennen die Gewobag dadurch schon ein wenig. Auch im neuen Gremium wird es sicher nicht leicht die Interessen der Mieter zu vertreten. Schwerpunkt dabei sind und bleiben bezahlbare Mieten, d.h. Mietpreise, die auch von Durchschnittsverdienern aufzubringen sind.
Wer nach den Wohnungsangeboten der Gewobag schaut, wird schnell feststellen, dass auch die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften inzwischen Mieten bis 14,50 Euro/ m² verlangen.
Mit Nebenkosten findet man also 3-Zimmer-Wohnungen, 83 m², für 1400.- oder gar 1600.- Euro Monatmiete. Das halte ich nicht mehr für „bezahlbar“, denn es bedingt, dass zwei Berufstätige dafür arbeiten müssen, und ein Gehalt für die Miete verwendet wird.

Halten wir uns vor Augen, dass das Monatseinkommen eines sogenannten „Normalverdieners“ etwa 1400.- Euro netto beträgt, und das durchschnittliche Haushaltseinkommen (mehrere Berufstätige) auch nicht höher als 2200.- bis 2300.- Euro ausmacht. Wie man unter diesen Umständen Mietpreise von 1400.- Euro verlangen kann (dann allerdings ohne WBS – war klar, oder?) bleibt mir ein Rätsel.

Schauen wir nun weiter auf den neuen Mieterrat, der seine Tätigkeit aufgenommen hat und mit der Wahl des Vorsitzenden und der Stellvertreterin arbeitsfähig ist. In der nächsten Sitzung – Mitte November – werden wir damit beschäftigt sein, eine Geschäftsordnung zu erstellen, Arbeitsfelder zu definieren und Mitglieder für die anfallenden Aufgaben zu bestimmen, sowie ein Mitglied für den Aufsichtsrat zu wählen, dazu ein zweites, das als Gast an den Aufsichtsratsitzungen teilnehmen darf.

Vermutlich ab Januar 2017 werden wir dann in regelmäßigen Sitzungen auch Mietersprechstunden anbieten, sofern wir uns darauf einigen können, an wechselnden Orten in der Stadt, so dass die Wege für Mieter, die zur Sprechstunde kommen möchten, nicht immer lang sind.
Ich werde weiter über die Tätigkeit berichten, vermutlich bald auch auf einer eigenen Mieterratsseite.