Michelangelostraße – mal wieder

Eigentlich war uns klar, dass das Bauvorhaben – eines von 11 Gebieten in Berlin – uns vorläufig nicht in Ruhe lässt.
Nach den Planungen, Workshops und „Expertenrunden“ im Bezirksamt, hat nun der Stadtrat Vollrad Kuhn die Federführung übernommen.
„Bürgerbeteiligung“ heisst bei ihm, dass er eine Anzahl von Bürgervertretern auswählt, die den Runden beiwohnen dürfen. Eine interessante Variation eines „runden Tisches“, der die meisten Interessierten von der Teilnahme ausschliesst.

Neues gibt es indes nicht, die Planungen für „bis zu 1500“ Wohnungen sind noch immer dieselben, obwohl nicht klar ist, ob die Grundstücke der WBG Zentrum überhaupt bebaut werden können.
Die Infrastruktur ist ebenso unklar, soll es eine Straßenbahnstrecke über die Ostseestr. zur Michelangelostr. geben und muss ein neuer Mischwasserkanal für die neuen Wohnhäuser gebaut werden?
Und wieso sind eigentlich die 2 neuen Sporthallen bereits an der Kniprodestr. gebaut worden, obwohl sie doch im Planungsvorhaben an anderer Stelle vorgesehen waren?

Einzig der Zeithorizont verschiebt sich weiter nach hinten, war ursprünglich die Rede davon, dass 2019 der erste Spatenstich erfolgen soll, so spricht man nun von „10 bis 15 Jahren“ bis zum Beginn des Bauvorhabens, also ist wohl eher 2030 der aktuelle Termin.
Übrigens geht es den meisten anderen Planungen nicht besser, viele Hindernisse, bisweilen in Form von Bürgerinitiativen oder -protesten, aber auch als fehlende Baugenehmigungen, machen den Beginn der Neubaukampagne schwieriger als angekündigt.

Personalmangel in den Ämtern (selbst geschaffen in der vorigen Legislaturperiode) macht die vollmundigen Ankündigungen von Andreas Geisel zur Farce.
Dazu kommen die Überlegungen

  • wo sollen wir bauen
  • wie groß sollen die Wohnungen werden
  • wie hoch dürfen die Häuser sein
  • wer soll bauen
  • wie viele Wohnungen brauchen wir überhaupt

Am leichtesten ist es natürlich in einer Koalition, dem jeweiligen Koalitionspartner die Schuld zuzuschieben, besonders wenn man (also die SPD) das Ressort „Stadtentwicklung und Wohnen“ gerade an die Linken verloren hat.
Ergo: Wer ist Schuld? Die neue Senatorinverkauft sich gut und lenkt vom eigenen Versagen ab.

Eine bewährte Methode, denn die SPD hat bisher auch im Bund nichts bewegt, und es sind teilweise Bundesgesetze, die einen preiswerten Neubau verhindern.

Doch nun zurück zur Michelangelostr., es gibt also Aufschub für alle Gegener der Bebauungsverdichtung, was gleichzeitig bedeutet, dass die Mietpreise in Berlin auf Grund der Wohnungsknappheit weiter steigen werden.

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40 Jahre Mühlenviertel – Kiezfest

24.8.1964 Zwei bezugsfertige Wohnblocks …werden zum 15. Jahrestag in der Michelangelostraße in Berlin – Weissensee übergeben. Die Montagearbeiten begannen im Januar 1963. Jeder Block hat 120 Wohnungseinheiten. Die Wohnhäuser links sind bereits bezogen.

Heute möchten wir noch einmal auf unser Fest am

14. Juli, 14 – 18 Uhr

hinweisen. Inzwischen ist es auch gelungen ein paar historische Bilder des Viertels zu finden, zum Teil im Bundesarchiv wie das Bild oben.
Wer seit 1977 hier im Viertel wohnt ist herzlich eingeladen, am 10. Juli ab 15 Uhr im Hausclub Pieskower Weg 52 vorbeizuschauen, bei Kaffee und Gebäck die alten Bilder zu sichten und zu kommentieren, damit sie am 14. Juli im Quartierspavillon ausgestellt werden können.

Das Bühnenprogramm für den 14. haben wir nun auch zusammengestellt und das Fest wird u.a. im Berliner Abendblatt beworben.
Viele Teilnehmer haben sich angekündigt und wollen mit einem Marktstand oder sonstigen Aktivitäten zum Gelingen des Festes beitragen – selbst die Wettervorhersage ist derzeit günstig.

Einen herzlichen Dank an alle, die an der Organisation mitgewirkt haben, ihre Ideen in der monatlichen Mühlenkiezrunde eingebracht haben, und die wir am Freitag als Akteure erleben dürfen. „Nebenbei“ findet das Schulfest der Paul-Lincke-Schule statt und die Gustav-Eiffel-Schule führt ab 16 Uhr ein Das Helden-Musical in der Turnhalle auf.

Da kann man als Mieterbeirat schon fröhlich in den Einsteinpark schauen uns sich auf den Freitag freuen

Fotografin: Tina Merkau

Bauen an der Michelangelostraße

Seit etwa 2 Jahren ist bekannt, dass sowohl Senat als auch Bezirksamt Pankow die Bebauung verdichten wollen.
Grund dafür ist, dass Berlin neue Wohnungen braucht um Wohnraum für Zugezogene zu schaffen. 40.000 bis 50.000 Menschen sind in den letzten Jahren jährlich nach Berlin gekommen, dabei sind Flüchtlinge noch nicht berücksichtigt worden.

Die Frage WARUM jemand nach Berlin zieht, ist müßig, wir schauen vorrangig auf die Tatsache, dass Berlins Einwohnerzahl wächst. Für die Stadtplaner bedeutet es, dass Wohnraum geschaffen werden muss, nicht nur an der Stadtperipherie, sondern auch auf allen vorhandenen Freiflächen in der Innenstadt.
Ebenso klar ist auch, dass die Anwohner der geplanten Neubauflächen dieses mit wenig Begeisterung sehen, in den meisten Fällen versuchen dies zu verhindern. Weiterlesen

Kiezrundgang

Heute möchte ich einmal Fremdwerbung machen, für einen Kiezspaziergang im Mühlenviertel mit dem SPD-Abgeordenten Tino Schopf.
Und NEIN, ich bin kein Parteimitglied und will hier auch keine Parteiwerbung machen, finde aber seine Idee gut.

Am 13. Mai und am 09. September leitet er den Kiezspaziergang, Treffpunkt 16.00 Uhr an der Ecke Greifswalder Str./ Storkower Str. vor Edeka (ehemals Kaisers), und sicher ist es interessant ein paar Informationen zum Viertel zu bekommen, z.B. dass es hier früher Kleingärten gab und auch was an der Michelangelostr. als Neubaugebiet geplant ist.
Gerade dazu gibt es erhebliche Widerstände im Viertel von den Anwohnern, die auch der Verein „Lebensqualität an der Michelangelostr.“ vertritt. Nachdem nun zum dritten Mal derselbe Entwurf vorgestellt wurde, fühlt man sich schon verschaukelt von der Pankower Politik, und da die Planungen alles andere als schlüssig und durchdacht sind, wird nun ein Gegenentwurf favorisiert, mehr dazu ist auf den Vereinsseiten zu finden.

Aber bleiben wir beim Spaziergang im Mühlenviertel, 1977 wurden viele der 11-, 18- und 21-geschossigen Wohnblocks bezogen, und noch heute wohnen einige der Erstmieter im Viertel. Rund die Hälfte der Wohnungen gehört inzwischen der landeseigenen Gewobag, der größte Teil der anderen Blocks gehört der Genossenschaft Zentrum.

Das Mühlenviertel gehört zum preiswerten Teil von Prenzlauer Berg, die Mieten liegen unter dem Berliner Durchschnitt, was natürlich zur Folge hat, dass für jede freiwerdende Wohnung mindestens 50 Bewerber anstehen.
Einkaufsmöglichkeiten einschließlich Wochenmarkt (Di, Do und Sa) sind ebenso vorhanden wie eine gute Verkehrsanbindung (S-Bahn-Ring, 1 Straßenbahnlinie, 2 Buslinien).

So bleibt mir nun kaum mehr als auf schönes Wetter am Sonnabendnachmittag zu hoffen.

Morgen, Kinder….

Man möchte fast den Weihnachtssong anstimmen, aber eigentlich meinte ich etwas anderes, nämlich die Anwohnerversammlung in der Gethsemanekirche zur Neubebauung der Michelangelostr.
Nachdem der letzte Versuch daran gescheitert war, dass der Andrang der Anwohner so groß war, dass der Quartierspavillon an der Thomas-Mann-Str. nicht ausreichte, wird die Bauplanung nun wiederum in der Stargarder Str. 77 vorgelegt.

Ach ja, es wird als „Neustart“ deklariert, obwohl nun zum dritten Mal dieselbe Planung präsentiert wird. Weiterlesen

ISEK, Neubau, Umgestaltung

Inzwischen fand die nächste „Experten_innen-Runde“ statt und es wurden Ergebnisse präsentiert. Interessant war, dass einige der Maßnahmen als „Sofortmaßnahmen“ gekennzeichnet waren, was aber nicht dazu verleiten sollte mit ihrer Umsetzung in relativ kurzer Zeit zu rechnen.
Einzig die Sanierung eines Bolzplatzes im Mühlenviertel wird vorfinanziert und noch  vor Ende des Projektes begonnen, wahrscheinlich im Sommer 2017.
Das Förderprogramm Stadtumbau hat einen Verfügungsfond für kleinteilige Sofortmaßnahmen, der dafür in Anspruch genommen werden kann.

Die Frage nach dem Zeithorizont für die Umsetzung der Maßnahmen und ob die Finanzierung vom geplanten Neubauvorhaben an der Michelangelostr. abhängig sei, wurde nicht direkt beantwortet. Die Senatsverwaltung hat derzeit 17 Stadtumbaukonzepte beauftragt (ISEK = integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept), die alle mit geplanten Neubaumaßnahmen verknüpft sind.
Da die BVV Pankow aber das bisherige Baukonzept gekippt hat und das BA Pankow den Auftrag erhielt, dieses neu zu bewerten, bleibt unklar ob auch dann Gelder fließen, wenn Pankow sich gegen die Bebauungsverdichtung entscheidet.
Anderenfalls werden alle Maßnahmen des ISEK nun in die Ausschüsse gegeben, dann in die Prioritätenbewertung der Senatsverwaltung und gegebenenfalls erfolgt zum Herbst die Finanzmittelfreigabe.
Anschließend müssen die Maßnahmen ausgeschrieben werden, so dass vor dem Sommer 2018 nicht damit zu rechnen ist, dass irgendeine der Maßnahmen umgesetzt wird.
Nun ja, die Grundinstandsetzung des Quartierspavillons ist bereits mit 525.000 Euro fest bewertet.

Die Gestaltung der Fußwege im gesamten Viertel ist notwendig, 20% mit Abbruch und Neubau inklusive Unterbau, 60% mit einer Reparatur des Wegebelags.
Die Beleuchtung der bisher nicht beleuchteten Wege ist nicht vorgesehen, da das Haushaltsrecht eine Beleuchtung in Grünanlagen nicht erlaubt, lediglich die Instandhaltung und Verbesserung bestehender Beleuchtungen wäre möglich.

Um die Michelangelostr. – wie geplant – zu bebauen müssten die gesamten Abwasserkanäle erneuert und die Brauchwasserentsorgung von der Regenwasserentsorgung getrennt werden, da die vorhandenen Mischwasserkanäle ausgelastet sind.
Die Genossenschaft Zenrum, der ein Teil der Grundstücke gehört, erklärte bereits, dass ihre finanziellen Kapazitäten für die geplante Neubebauung nicht zur Verfügung stünden, die finanziellen Mittel werden zur Instandhaltung und zum mobilitätsgerechten Umbau der Bestandswohnungen benötigt.

Im April wird es eine abschließende Veranstaltung zum ISEk geben.